Myopie (Kurzsichtigkeit)!

Die Myopie Kurzsichtigkeit kommt schleichend und tritt meistens in der Jugend auf. Wer kurzsichtig ist, sieht Gegenstände in der Ferne nur mit Mühe und unklar, in die Nähe – also auf kurze Entfernungen – sieht man jedoch problemlos. Und keine Angst, kurzsichtig zu sein ist keine Krankheit, sondern lediglich eine funktionale Beeinträchtigung der Augen. Heutzutage lässt sich diese problemlos mit optischen Hilfsmitteln beheben. Alternativ auch mit einer Augenoperation.

Spot™ Vision Screener Ergebnis Myopie Kurzsichtigkeit

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Die Ausprägung der Kurzsichtigkeit wird dabei in Dioptrie (dpt) angegeben. Dioptrie ist die Maßeinheit für die Brechkraft des Auges. Je höher der Wert, desto stärker die Fehlsichtigkeit einer Person. Kurzsichtigkeit wird dabei durch negative Dioptrie-Werte gekennzeichnet.

Bei -1 dpt spricht wird von einer leichten Kurzsichtigkeit gesprochen und bei -5 dpt von einer starken Kurzsichtigkeit.

Ein anderer Begriff für Kurzsichtigkeit ist Myopie. Abgeleitet wurde dieser aus dem Griechischen von “Myops”, was Blinzelgesicht bedeutet. Wer selbst kurzsichtig ist hat wahrscheinlich selbst schon oft beim Sehen in die Ferne die Augen zusammengekniffen, um schärfer zu sehen.

Was sind die Ursachen ?

Bei normalsichtigen Personen befindet sich der Brennpunkt, also der Ort an dem aus eintreffenden Lichtstrahlen ein scharfes Bild entsteht, direkt in der Netzhaut. In dieser liegt eine scharfe Abbildung vor, die unser Gehirn wahrnimmt – wir sehen scharf.

Bei einer Kurzsichtigkeit werden die Lichtstrahlen zu früh gebündelt und streuen anschließend auf die Netzhaut weshalb in dieser ein verschwommenes Bild entsteht –  wir sehen undeutlich.

Spot-Vision-Screener Myopie kurzsichtigkeit auge

Grundsätzlich gibt es zwei Ursachen, weshalb sich der Brennpunkt vor der Netzhaut befindet und dadurch eine Kurzsichtigkeit entsteht:

Achsenmyopie: (der Augapfel ist zu lang, die Brechkraft der Augenlinse ist normal)

Ein zu langer Augapfel ist in den meisten Fällen der Grund für eine Myopie. “Schuld” an einem zu langen Augapfel können einerseits erbliche Faktoren als auch Einflüsse der Umwelt sein. Wenn also beide Eltern an Kurzsichtigkeit leiden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man selbst nicht scharf in die Ferne sehen kann. Auch eine Frühgeburt erhöht das Risiko für einen zu langen Augapfel. Die Kurzsichtigkeit entwickelt sich vor allem bis zum 30. Lebensjahr. In dieser Zeit verlängert sich der Augapfel zu stark.

Inwieweit äußere Einflüsse wie fehlendes Sonnenlicht oder zu viel Arbeit im Nahbereich die Ursache für einen zu langen Augapfel sind wird viel diskutiert. Studien zeigen jedoch, dass Kinder, die sich vermehrt im Freien aufhalten und dadurch verstärkt Sonnenlicht ausgesetzt sind, seltener an Kurzsichtigkeit leiden, als Kinder die viel Zeit in Räumen verbringen und künstlichem Licht ausgesetzt sind.

Brechungsmyopie: (die Brechkraft der Augenlinse ist zu stark, die Augenlänge  normal)

Eine zu starke Brechkraft der Augenlinsen ist dabei seltener die Ursache für eine Kurzsichtigkeit. Verursacht wird diese durch eine zu starke Verkrümmung der Augenlinse beziehungsweise Hornhaut, aber auch wenn der Linsenkern trüb ist.

Ein zu langer Augapfel beziehungsweise eine zu starke Brechkraft der Augenlinse treten in der Regel separat als Ursache für eine Kurzsichtigkeit auf. Jedoch ist auch eine Kombination bei der Ursachen möglich.

Machen Smartphones kurzsichtig?

Das Smartphone ist nicht mehr wegdenkbar aus unserem beruflichen und privaten Alltag, auch Kinder und Jugendliche nutzen das Handy mehrere Stunden täglich. Man checkt Mails und Messages, antwortet kurz, lässt sich mit aktuellen Nachrichten auf dem neuesten Stand halten, nutzt das Handy als Navigationsinstrument oder spielt damit Online-Games.

Anderswo, vor allem in Asien ist die Handy- und Smartphonenutzung noch weit intensiver und umfangreicher als hierzulande. Das aber hat neuesten Forschungen gemäß zu durchaus negative Folgen. Vor allem die Kurzsichtigkeit (Myopie) wird dramatisch zunehmen, warnen Augenärzte. In Asiens großen Metropolen stieg der Anteil der Kurzsichtigen binnen weniger Jahre von 20 % auf 80 %, in Deutschland sind es bisher erst 40 %, die Tendenz ist aber auch hier stark steigend. Begründet sehen Wissenschaftler das in den Veränderungen der Lebensumstände in hoch technisierten Ländern durch die Nutzung moderner Medien.

Früher bildete sich die verbreitetste Art der Kurzsichtigkeit während der Schulzeit heraus und wurde deshalb auch Schulmyopie (Myopia simplex) genannt. Die Kurzsichtigkeit beruht in den meisten Fällen (Achsenmyopie) auf einem zu starken Längenwachstum des Augapfels, das vor allem im Schulalter zwischen dem sechsten und 18. und manchmal auch bis zum 25. Lebensjahr stattfindet.

Das hat sich inzwischen geändert. Heute nimmt auch in Deutschland der Anteil der Kurzsichtigen vor allem bei den 20- bis 29-Jährigen zu. Dies aber ist genau das Alter, in dem viele junge Menschen fast ständig mit Smartphone, Tablet oder Laptop beschäftigt sind. Ihre Augen sind dabei ständig zur Naharbeit gezwungen. Deshalb sieht auch die Deutsche Ophtalmologische Gesellschaft (DOG) einen Zusammenhang von Mediengebrauch und dieser Myopisierung einer ganz neuen Altersgruppe.

Starke Kurzsichtigkeit gilt auch als Risikofaktor für andere später auftretende gravierende Augenkrankheiten wie Grüner Star oder Netzhautablösungen. Vor allem solange das Augen noch wächst, ist es ratsam Kinder und Jugendliche zu mindestens einer Stunde Bewegung und Freizeitsport im Freien bei Tageslicht zu motivieren, mahnen Experten an. Die Wirksamkeit von mehr Tageslicht belegen neue Studien aus China.

Welche Arten von Kurzsichtigkeit gibt es?

Hinsichtlich der Ausprägung, also der Beeinträchtigung des Sehverhaltens, wird zwischen zwei Formen der Kurzsichtigkeit unterschieden:

Einfache Myopie (auch Myopia Simplex oder Schulmyopie)

Die einfach Myopie ist die häufigste Ausprägung der Kurzsichtigkeit. Verursacht wird diese entweder durch einen zu langen Augapfel (Achsenmyopie) oder durch eine zu starke Brechkraft der Augenlinse (Brechungsmyopie). Diese Form der Kurzsichtigkeit erreicht Werte bis circa -6 dpt, weshalb sie als moderat eingestuft wird. Es handelt sich hierbei nicht um eine Krankheit, sondern um eine physiologische Verformung. Wichtig ist diese Differenzierung vor allem für Krankenkassen, da diese aus diesem Grund eine Kostenübernahme für die Sehhilfe nur bis zu einem Alter von 18 Jahren übernehmen.

In der Regel setzt diese Form der Kurzsichtigkeit zwischen dem zehnten und zwölften Lebensjahr ein und nimmt ab dem 25. Lebensjahr nicht mehr zu. In Ausnahmefällen nimmt diese jedoch auch bis zum 30. Lebensjahr zu.

Degenerative Myopie (auch Maligne Myopie, Myopia magna)

Die degenerative Myopie ist durch deutlich höhere Dioptrie-Werte als -6 dpt gekennzeichnet. Sie wird daher im Gegensatz zur einfachen Myopie als Augenkrankeit angesehen, die zu einer starken Sehbinderung führt. Ursache für diese ist eine deutliche Verformung der Augenrückseite, die oftmals angeboren ist oder in der frühen Kindheit entsteht.

In welchem Alter tritt Kurzsichtigkeit ein?

Je nachdem wann die Kurzsichtigkeit eintritt, wird zwischen vier verschiedenen Zeitpunkten unterschieden:

  • die angeborene Kurzsichtigkeit (meist degenerative Myopie)
  • Kurzsichtigkeit, die im Alter von 10-12 entsteht und sich bis zum 25. Lebensjahr entwickelt. In seltenen Fällen kann die Entwicklung auch bis zum 30. Lebensjahr gehen (meist einfache Myopie)
  • Kurzsichtigkeit, die im Alter von 20-40 entsteht
  • Kurzsichtigkeit, die erst nach dem 40. Lebensjahr eintritt

Während der Schwangerschaft kann zudem eine temporäre Form der Kurzsichtigkeit auftreten, die bis zu -1 dpt stark sein kann. Spätestens einige Woche nach dem Ende der Stillzeit hat sich diese jedoch wieder zurückgebildet.