Anisometropie (ungleiche refraktive Kraft)

Anisometropie ungleiche refraktive Kraft, auch Ungleichsichtigkeit genannt, ist wenn beide Augen unterschiedlich fehlsichtig sind. Unterscheiden sich das rechte und das linke Auge in ihrer Brechkraft, so spricht man von einer Anisometropie. Zum Beispiel kann ein Auge kurzsichtig und das andere weitsichtig sein.
Anisometropie ungleiche refraktive Kraft

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Was ist die Anisometropie, ungleiche refraktive Kraft?

Der Zustand der Ungleichsichtigkeit bedeutet für das menschliche Gehirn eine große Belastung, denn der Sehnerv muss sowohl scharfe als auch unscharfe Bilder weitergeben. Nahe Gegenstände werden von dem kurzsichtigen Auge scharf, von dem weitsichtigen Auge unscharf gesehen. Handelt es sich um Gegenstände in der Ferne, ist das Gegenteil der Fall. Bei einer Anisometropie ungleiche refraktive Kraft, unterscheiden sich die beiden Bilder je nach Ausprägung sehr deutlich. Es müssen also die scharfen Bilder vorgezogen und die verschwommenen ausgeblendet werden – dieser Prozess ist anstrengend für Augen und Gehirn und verursacht oft müde Augen und starke Kopfschmerzen. Je ausgeprägter die Ungleichsichtigkeit ist, desto stärker werden die Symptome.

Gruppe der refraktiven Anomalien.

Laut den statistischen Daten ist die Prävalenz der Pathologie in der Struktur aller Erkrankungen des Sehorgans 17%. Es ist bewiesen, dass der Unterschied in der Augenbrechung bei Kindern häufiger ist als bei Erwachsenen. Im Alter von sieben Jahren wird die Krankheit bei 8% der Schulkinder diagnostiziert, im Alter von 10 Jahren hat dieser Indikator 17% erreicht. Bei der Refraktogenese bleiben nur bei 38,2% der Kinder die klinischen Manifestationen stabil, bei 25,5% der Patienten tritt eine Regression der Symptome auf, bei 36,3% nimmt der Schweregrad der Symptome zu. In europäischen Ländern betrifft diese Krankheit 1,5% der Bevölkerung, in China — 4%.

Was sind Ursachen einer Anisometropie?

Bei einer Anisometropie sind die Augen unterschiedlich fehlsichtig – das rechte als auch das linke Auge können sich sowohl hinsichtlich der Art der Fehlsichtigkeit und in deren Ausmaß unterscheiden. So kann das eine Auge weitsichtig und das andere kurzsichtig sein. Möglich ist auch, dass das eine nur schwach, das andere Auge jedoch sehr stark weitsichtig ist.

Es werden zwei Arten der Anisometropie unterschieden:

  • Die Brechwertanisometropie
  • Die Längenanisometropie

Bei der Brechwertanisometropie liegt die Ursache im Unterschied des Brechwerts der Augenlinse und der Hornhaut: Ist die Brechkraft der Linse zu hoch, so liegt eine Kurzsichtigkeit vor. Bei einer zu schwachen Brechkraft kommt es zu einer Weitsichtigkeit.

Handelt es sich um eine Längenanisometropie, so sind die beiden Augäpfel unterschiedlich gebaut. Ist ein Augapfel zu lang, liegt der Brennpunkt vor der Netzhaut: Die betroffene Person ist kurzsichtig. Bei einer Weitsichtigkeit ist der Augapfel zu kurz, was dazu führt, dass der Brennpunkt hinter der Retina (Netzhaut) liegt.

In allen Fällen liegt der Brennpunkt der einfallenden Lichtstrahlen nicht direkt auf der Netzhaut – für den Transport von scharfen Bildsignalen an das Gehirn ist dies jedoch erforderlich.

Ab einem bestimmten Ausmaß einer Anisometropie (ungleiche refraktive Kraft) (ca. 3 Dioptrien) bieten sich Brillen nicht mehr als geeignete Korrekturhilfsmittel an, da es bei Verwendung dermaßen unterschiedlich starker Gläser zu Störungen des räumlichen Sehens kommen kann und weitere störende Effekte auftreteten, stattdessen sollten Kontaktlinsen oder augenchirurgische refraktiven Eingriffe eingesetzt werden.

Korrektur und Therapie einer Anisometropie, ungleiche refraktive Kraft.

Bei der Korrektur einer Anisometropie mittels Brillengläsern entstehen – stärker als bei der Verwendung von Kontaktlinsen – Netzhautabbildungen von unterschiedlicher Größe (Aniseikonie). Ab einer Brechwertdifferenz von drei Dioptrien können dadurch teils massive Störungen des Binokularsehens auftreten. Die Brillenkorrekturen, die durch die stark voneinander abweichenden Brechwerte der Augen notwendig werden können, führen zudem zu einem kosmetisch auffallenden Aussehen der Augenpartien und wegen des unterschiedlichen Gewichts zu einer einseitigen Druckbelastung. Darüber hinaus können prismatische Nebenwirkungen auftreten, die in Abhängigkeit vom aktuellen Durchblickspunkt der Brille zu einer Heterophorie unterschiedlichen Ausmaßes führen (Anisophorie).

Ab einem bestimmten Ausmaß einer Anisometropie bieten sich Brillengläser deshalb nicht mehr als geeignete Korrekturen an, sondern sollten z. B. durch Kontaktlinsen oder einen refraktiven Eingriff ersetzt werden, so dies die organische, anatomische und funktionelle Situation zulässt.

Refraktionsamblyopie

Im Kindesalter, also zu einer Zeit, in der sich das Sehen noch entwickelt, können Anisometropien ab einem bestimmten Ausmaß zu einer funktionalen Schwachsichtigkeit, einer so genannten Refraktionsamblyopie (Synonym: amblyopia ex anisometropia) auf dem höher fehlsichtigen Auge führen. Eine korrekte Behandlung erfordert in diesen Fällen eine geeignete Brillenkorrektur, die in aller Regel durch eine konsequente Okklusionsbehandlung unterstützt werden muss.

Refraktionsamblyopien sind ab Eintritt in die Pubertät in aller Regel nicht mehr erfolgreich zu therapieren. Der Grund hierfür ist, dass eine qualitativ unzureichende neuronale Stimulation des Auges in den ersten Lebensjahren zu bleibenden Schäden führt. In Einzelfällen sind aber auch Ausnahmen von dieser Regel bekannt und neuere Studien haben Hinweise ergeben, dass Refraktionsamblyopien auch noch im Erwachsenenalter gebessert werden können. Vor allem zeigt sich auch das erwachsene neuronale System als anpassungsfähig („plastisch“), wenn auch in vergleichsweise geringerem Ausmaß und nur für bestimmte Qualitäten.

Monovision

Eine bestimmte Form der angeborenen oder durch eine Brillenglas- bzw. Kontaktlinsenkorrektur oder Operation (z. B. Grauer Star-Operation) herbeigeführten Anisometropie ermöglicht dem einen Auge, Gegenstände in der Nähe, und dem anderen, solche in der Ferne jeweils ohne Brille scharf sehen zu können. Dieses Phänomen ist unabhängig von Akkommodation und somit bis ins hohe Alter gegeben und wird auch als Monovision bezeichnet. Durch diesen Zustand ist oft kein vollständiges stereoskopisches Sehen möglich und wird somit u. U. als unerwünscht angesehen.

Die angeborene Form dieser Anisometropie lag z. B. auch bei Johann Wolfgang von Goethe (und auch Konrad Adenauer) vor und wird deshalb auch als Goetheblick bezeichnet.

Quelle: Wikipedia

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