Was ist Hyperopie?

Bei Weitsichtigkeit (Hyperopie, Hypermetropie, Übersichtigkeit) reicht die Lichtbrechung im Auge nicht aus, um nahe Objekte scharf zu sehen. Dementsprechend haben die Betroffenen vor allem Probleme beim Lesen. Dabei treten auch oft Kopf- und Augenschmerzen auf. Mit Hilfe von Brillen oder Kontaktlinsen kann die Nahsicht verbessert werden. Lesen Sie hier alles über Ursachen, Symptome und Behandlung von Weitsichtigkeit.

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Die Ausprägung der Hyperopie wird dabei in Dioptrie (dpt) angegeben. Diese ist die Maßeinheit für die Brechkraft des Auges. Je höher der Dioptrie-Wert, desto höher ist die Fehlsichtigkeit der betroffenen Person. Weitsichtigkeit ist dabei durch positive Dioptrie-Werte gekennzeichnet. Bei einem Dioptrie-Wert von + 1 wird dabei von einer leichten Weitsichtigkeit gesprochen, bei ein + 5 dpt von einer starken Weitsichtigkeit.

Hyperopie Weitsichtigkeit Übersichtigkeit

Hyperopie Weitsichtigkeit: Beschreibung

Als weitsichtig gelten Menschen, die nahe Gegenstände nicht scharf sehen können. Meist liegt das an einem zu kurzen Augapfel. Dann sprechen Mediziner von einer Achsen – Hyperopie. Viel seltener ist die sogenannte Brechungs – Hyperopie: Hier beruht die Weitsichtigkeit auf einer zu geringen Brechkraft des Auges, das heißt, die Fähigkeit des Auges, eintreffende Lichtstrahlen zu bündeln, ist nicht ausreichend.

Die Brechkraft des Auges lässt sich messen und wird in der Einheit Dioptrie angegeben. Bei Weitsichtigkeit ergeben sich Pluswerte (bei Kurzsichtigkeit Minuswerte).

Etwa 20 Prozent aller unter 30-Jährigen sind weitsichtig. Bei den meisten Betroffenen liegt die Brechkraft der Augen unter +4 bis +5 Dioptrien (dpt). Nur wenige Menschen haben höhere Messwerte und damit ein noch stärker ausgeprägte Weitsichtigkeit.

Hyperopie Weitsichtigkeit: Symptome

Weitsichtigkeit bedeutet zunächst, dass jemand nahe Gegenstände nicht scharf erkennen kann. Außerdem müssen die Augen auch bei Fernsicht akkommodieren, also sich etwas anspannen. Die Ziliarmuskeln an der Linse werden demnach dauerbeansprucht. Daraus resultieren vor allem Kopfschmerzen. Weitere Symptome bei Weitsichtigkeit sind:

  • rasche Ermüdbarkeit der Augen
  • Augenschmerzen
  • brennende Augen
  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

Diese Symptome werden auch unter dem Begriff asthenopische Beschwerden zusammengefasst. Sie machen sich hauptsächlich beim Lesen verstärkt bemerkbar.

Da anatomisch gesehen die Erhöhung der Brechkraft und das Aufeinanderzubewegen der Augen (Konvergenzreaktion) aneinander gekoppelt sind, ist das Einwärtsschielen ein weiteres mögliches Symptom bei Weitsichtigkeit.

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Achsen-Hyperopie: normale Brechkraft der Augenlinse, Augenlänge ist zu kurz

Diese Form der Weitsichtigkeit ist wesentlich häufiger verbreitet als die Brechungshyperopie, der zu kurze Augapfel dabei in der Regel angeboren. Die Länge eines normalen Augapfels beträgt im Durchschnitt 24 Millimeter. Je kürzer der Augapfel einer Person, desto stärker die der Grad der Weitsichtigkeit. Eine Verkürzung des Augapfels um 1 Millimeter verursacht beispielsweise ein Weitsichtigkeit von circa +3 Dioptrien.

Brechungs-Hyperopie: zu geringe Brechkraft der Augenlinse, Augenlänge ist normal

Die Brechungshyperopie ist wesentlich seltener die Ursache für eine Weitsichtigkeit. Sie entsteht oftmals durch eine sogenannte Linsenlosigkeit bei der die Augenlinse komplett fehlt oder in selteneren Fällen durch eine Linsenverrrenkung bei der die Augenlinse sich nicht an ihrem natürlichen Ort befindet.

Normalerweise wird die Brechkraft durch die Augenlinse bestimmt. Wenn diese nun fehlt verschwindet die Brechkraft jedoch nicht komplett. Sie wird stattdessen zu circa ? über die Hornhaut erzeugt. Bei einer Linsenlosigkeit kann das Auge sich jedoch nicht mehr auf Objekte in Nähe und Ferne anpassen (Akkommodation). Oftmals leiden betroffene Personen hier daher an einer starken Weitsichtigkeit.

In der Regel treten die Achsenhyperopie und die Brechungshyperopie separat als Ursache auf. Eine Kombination beider Ursachen ist jedoch auch möglich.

Weitsichtigkeit: Ursachen und Risikofaktoren

Der Grund für die Weitsichtigkeit kann entweder in einem zu kurzen Augapfel liegen (Achsen-Weitsichtigkeit) oder an einer verminderten Brechkraft der Linse (Brechungs-Weitsichtigkeit).

Am weitaus häufigsten ist die Achsen-Weitsichtigkeit: Weil der Augapfel hier kürzer ist als normal, wird das Bild auch bei maximaler Akkommodation nicht scharf auf der Netzhaut abgebildet – die einfallenden Lichtstrahlen würden erst hinter der Retina in einem gemeinsamen Brennpunkt zusammentreffen. Deshalb können Menschen mit Weitsichtigkeit nahe Objekte nicht scharf sehen.

In der Ferne kann ein Betroffener zwar scharf sehen, allerdings muss die Augenlinse auch dabei akkommodiert werden, weil ihre Brechkraft im entspannten Zustand selbst für ferne Objekte nicht ausreicht. Deshalb sind die Ziliarmuskeln, die eine Krümmung der Linse und damit eine Verstärkung der Brechkraft bewirken, ständig angespannt.

Beim Fernblick und einer Weitsichtigkeit von bis zu 4 dpt ist das für einen jungen Menschen kein Problem. Um aber in Leseabstand (etwa 33 Zentimetern) etwas scharf sehen zu können, sind weitere 3 dpt Brechkraft nötig. Das bedeutet eine Gesamtbrechkraft von 7 dpt, die erbracht werden muss. Das ist auf Dauer vom Auge nicht zu leisten und macht Beschwerden.

Bei der Brechungs-Hyperopie ist der Augapfel zwar normal lang, die Brechkraft der Linse aber niedriger als normal. Die Folgen sind die gleichen wie bei der Achsen-Weitsichtigkeit. Quelle